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Kristalltage und Mineralien-Info 2007 in Bramberg

Aussicht vom Senningerhof in Richtung Habachtal
Vom 23. und 24. März 2007 fanden die "Kristalltage" in Bramberg (Österreich) statt. Dieser Anlass ist eine Art Mineralienkongress, der in Bramberg nahe von Habachtal und Knappenwand nun schon zum 4. Mal durchgeführt wurde. Am Freitag Nachmittag fand ein Workshop zum Thema Mineralienfotografie statt. Am Abend zeigte der Autor des Extra-Lapis "Surselva", Michael Wachtler, seinen Film "Kristallsuche extrem" mit spannenden Fundszenen in der Schweiz und Österreich. Der Samstag begann mit einem interessanten Referat von Dr. Manfred Seitz über die "Lithothek" der Micromounter der Mineralienfreunde München mit über 10'000 Stüfchen. Dr. Franz Walter, Professor an der Universität Graz, sprach anschliessend zum Thema "Anhydrit als Einschluss in alpinen Quarzen". Er erläuterte in einfachen Worten und aussagekräftigen Bildern die Entstehung dieses auch in den Hohen Tauern verbreiteten Phänomens. Das folgende Referat von Gerald Knobloch versetzte die grosse Zuschauerzahl in Begeisterung. In Form eines simulierten Rundfluges durch Niederösterreich und in frühere, geologische Zeiten führte er die Teilnehmer an interessante geologische und mineralogische Schauplätze, wobei die geologischen Prozesse auf der Leinwand im Zeitraffer äusserst anschaulich dargestellt wurden. Auch der letzte Vortrag von Berthold Ottens, dem Autor des Extra-Lapis "China", zum Thema "Berühmte Mineralfundstellen in China" vermochte die Zuhörer zu faszinieren - es gibt nicht viele Leute, die die teils sehr abgelegenen Fundstellen selber besucht haben und mit einer so grossen Erfahrung berichten können.

Zwischen den Referaten wurden reichlich "Stoasucha" (Steinsucher) -Erlebnisse ausgetauscht und auch die Geselligkeit mit viel Witz und passenden Getränken trug zur ausgezeichneten Stimmung bei.

Ein 'Seepferdchen' - Skelettrauchquarz vom Kaprunertal Im Anschluss an die Kristalltage fanden am Sonntag 25. März die "Mineralien-Info" statt. Dieser nun zum 17ten Mal durchgeführte Anlass ist zu einer eigentlichen Kommunikations-Plattform für Steinsucher, Wissenschafter, Politiker und andere Interessierte geworden. Der Anlass entstand nachdem im Nationalpark Hohe Tauern das Mineraliensuchen verboten wurde. Im Land Salzburg wurde Mitgliedern der Landesgruppe der Vereinigten Mineraliensammler Österreichs eine Sonderbewilligung erteilt, mit der Auflage, die Funde der Wissenschaft zugänglich zu machen. Diese Auflage wird durch die Mineralien-Info erfüllt, indem alljährlich die besten Funde des Vorjahres ausgestellt werden. Die Besucher konnten dieses Jahr viele Quarze in teils imposanten Grössen (bis 40 cm) und verschiedensten Formen (Szepter, Fensterquarze, Gwindel) und Farben (hell, Rauchquarze, Amethyste) bewundern. Besonders eindrücklich waren freie Rutilnadeln, Monazite und klare Quarze aus einer Kluft im Habachtal. Traditionell werden im Oberpinzgau häufig grasgrüne Titanite gefunden. Auch die berühmten Beryll-Mineralien Aquamarin und Smaragd fehlten nicht. Schliesslich glückten in 2006 auch Funde von Rosafluorit und Morion. Abschliessend hielt Dr. Gerhard Niedermayr noch ein Referat über Fälschungen von Mineralien.

Bei beiden Anlässen tauchten die teils von weither angereisten Teilnehmer in eine eigene Welt ein. Eine Teilnahme kann jedem "angefressenen" Mineraliensammler nur empfohlen werden! Eine Nachahmung der "Mineralien-Info" in der Schweiz wäre eine Möglichkeit, auch in der Schweiz in einer Fundregion auf sich aufmerksam zu machen. Inzwischen hat sich Bramberg dank der beschriebenen Tagungen zu einem eigentlichen "Mekka" für Mineraliensammler entwickelt.

Olivier Roth

Hinweis: obenstehender Text erschien auch im Schweizer Strahler, Mai 2007.

Die Bilder:

Die folgenden Bilder geben Eindrücke wieder, wie sie an den Mineralien-Info gewonnen werden konnten. Die eine oder andere Stufe konnte in den Vitrinen nicht optimal fotografiert werden. Ein Eindruck der intensiven Sammlertätigkeit und der vielfältigen Mineralvorkommen kann trotzdem gewonnen werden.

Legende:
L=Länge, B=Breite, H=Höhe, KL=Kristallänge, BB=Bildbreite.
Man beachte, dass die Grössenangaben Schätzwerte sind.

quarz kristall ein mineral
Letzte Änderung dieser Seite: 18.01.2011 20:46:36
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